Diagnose


Diagnose

Es kann schwierig sein, die Diagnose des Systemischen Lupus erythematosus (SLE) zu stellen, da zu Beginn nicht immer 4 Klassifikationskriterien vorliegen (erfüllt sind).

 

Beim SLE sind Gelenkschmerzen oder Gelenksentzündungen (Arthritiden) bei 60% der Patientinnen und Patienten das Erstsymptom und veranlassen zum Arztbesuch.

Hautveränderungen sind etwa bei 20% der Betroffenen Erstmanifestation. Allgemeinsymptome wie Fieber und Müdigkeit sind oft begleitend vorhanden und stehen bei 5–10% der Patientinnen und Patienten en als Erstsymptom im Vordergrund. Bei 10–15% der Patientinnen und Patienten beginnt der SLE mit dem Befall innerer Organe wie den Nieren, des Nervensytems usw.. Es ist wichtig, dass die Diagnose des SLE so rasch als möglich gestellt werden kann, um die / den Betroffenen möglichst bald optimal zu behandeln.

Beschwerden und Laborwerte

Bei einer Arztkonsultation ist es wichtig, dass die Patientinnen und Patienten genaue Angaben über alle Beschwerden äussern. Zusammen mit den charakteristischen ärztlichen Untersuchungs-befunden und den Resultaten der Laboruntersuchungen zeigt dies in der Regel, ob ein SLE vorliegt. Die Suche nach bestimmten Antikörpern im Blut wie antinukleären Antikörpern, Antikörpern gegen dsDNS, gegen das Smith-Antigen und gegen Cardiolipin können bei der Diagnosestellung helfen. Auch andere Labor-untersuchungen, seien es Entzündungszeichen wie Komplement-Faktoren, die Zählung der weissen Blutkörperchen (Leukozyten und deren Untergruppe der Lymphozyten)  sowie der Blutplättchen (Thrombozyten) tragen zum Stellen der Diagnose des SLE bei wie auch Nierenfunktionsparameter inklusive Urin-Untersuch.

ACR-Klassifikationskriterien ACR = American College of  Rheumatology

Die nachfolgend aufgeführten SLE-Klassifikationskriterien sind keine eigentlichen Diagnosekriterien. Für das Vorliegen eines SLE sollen vier dieser Kriterien erfüllt sein. Davon muss mindestens eines ein klinisches (von elf) und eines ein immunologisches Kriterium (von sechs) sein. Die Ausnahme stellt der Nierenbefall dar, wo bei für den SLE typischem Resultat der Gewebsuntersuchung der Nierenbiopsie und entsprechender Antikörperkonstellation bereits die Diagnose des SLE gestellt werden kann.

ACR-Klassifikationskriterien

Klinische Kriterien

  1. Akute Hautveränderungen wie Schmetterlingserythem
  2. Für chronischen Lupus typische Hautveränderungen
  3. Erosionen der Mund- und Nasenschleimhaut ohne andere Ursache
  4. Haarausfall, nicht narbenbildend, ohne andere Ursache
  5. Gelenksentzündung (Arthritis) an mindestens 2 Gelenken
  6. Serositis (Entzündung von sogenannten serösen Häuten wie dem Lungen- / Brustfell, dem Bauchfell oder dem Herzbeutel)
  7. Nierenbefall
  8. Befall des Nervensystems: z. B. epileptische Anfälle Psychose, Verwirrung, Befall des Rückenmarkes oder der Nerven
  9. Verminderung der roten Blutzellen (Erythrozyten) durch eine hämolytische Anämie
  10. Verminderung der Leukozyten auf unter 4000 pro µl Blut oder der Lymphozyten auf unter 1000 pro µl Blut
  11. Verminderung der Blutplättchen, der Thrombozyten = Thrombozytopenie mit Thrombozytenzahl von unter 100’000 pro µl Blut

  Immunologische Kriterien

  1. Erhöhte ANA = Antinukleäre Antikörper
  2. Erhöhte Antikörper gegen dsDNS (doppelsträngige DNS)
  3. Erhöhte Antikörper gegen Sm (Smith-Antigen)
  4. Antiphospholipid-Antikörper (gegen Cardiolipin oder β2-Glykoprotein 1)
  5. Erniedrigtes Complement
  6. Positiver Coombs Test (bei Abwesenheit einer hämolytischen Anämie)