Jung mit Lupus

Lupus, der bei Kin­dern oder Jugend­li­chen dia­gnos­ti­ziert wird, heisst juve­ni­ler sys­te­mi­scher Lupus ery­the­ma­to­des (jSLE).

10 bis 20% aller Lupus­dia­gno­sen wer­den im Kin­des- oder Jugend­al­ter gestellt. Der jSLE tritt meist im Alter zwi­schen 11 und 15 Jah­ren auf und wird nur sehr sel­ten vor dem 5. Lebens­jahr diagnostiziert. 

Kin­der und Jugend­li­che mit jSLE lei­den unter ähn­li­chen Sym­pto­men und Beschwer­den wie erwach­se­ne Lupus-Betroffene. 

Du hast was? Lupus eri-teri…?

Eigent­lich wäre es ja nice, einen «Wolf» zu haben!

Und wie cool, etwas Sel­te­nes, Aus­ser­ge­wöhn­li­ches zu haben! Aber es ist nicht cool, dass du Schmer­zen hast und dau­ernd müde bist.

Du willst mit dei­nen BF in den Club heu­te Abend, die gan­ze Nacht durch­fei­ern? Schon vor Mit­ter­nacht machst du schlapp und dei­ne Medi­ka­men­te ver­tra­gen sich eh nicht mit Alko­hol. Also lie­ber ver­zich­ten als so crin­ge aufzufallen. 

Kurz: Du bist jung, in Aus­bil­dung, hast vie­le Freund*innen, vie­le Hob­bys, möch­test fei­ern oder rei­sen oder ein­fach eine tol­le Zeit genies­sen! Aber: Da ist die­ser unaus­sprech­li­che Sys­te­mi­sche Lupus ery­the­ma­to­des! Er macht dir einen Strich durch die Rech­nung, durch vie­le Rechnungen!

Du weisst inzwi­schen, was die­ser Lupus ist. Zum Glück gibt es eine Kurz­form davon! Du hast dich an die Medi­ka­men­te und an die Ärzt*innenbesuche gewöhnt. Mit den Sym­pto­men kämpfst du fast täg­lich. Sie sind ein­fach nur lästig.

Trotz­dem wärst du ein­fach ger­ne wie alle andern! Da ist so ein rie­si­ger Gap zwi­schen dir und den Gleich­alt­ri­gen! Wäh­rend sich dei­ne Freund*innen auf Netflix‑Serien, die neu­es­ten Games oder Dark Hip‑Hop fokus­sie­ren – oder was auch immer sie gera­de inter­es­siert – lernst du, wie ein Immun­sys­tem funk­tio­niert, war­um du die Son­ne mei­den soll­test und was Bio­lo­gi­ka sind – gezwun­ge­ner­mas­sen, ganz und gar nicht aus Interesse!

Dei­ne Stär­ke ist, dass du im Hier und Jetzt lebst. Du kannst den «Wolf» immer mal wie­der ver­ges­sen, total aus­blen­den. Ein­fach nur abhän­gen, das Leben genies­sen.
Wenn du dann aber die Medi­ka­men­te ver­gisst oder ohne Son­nen­crè­me in der Son­ne warst, mah­nen dich dei­ne Ärzt*innen: «Com­pli­ance ist wich­tig. Das ist das Befol­gen der The­ra­pie!» Dir wäre es lie­ber, «Com­pli­ance» wäre ein Jugend­wort, z. B. im Sin­ne von: Wir funk­tio­nie­ren als Grup­pe gut, respek­tie­ren uns gegenseitig.

Pos­ti­tiv ist,

dass Kin­der und Jugend­li­che heut­zu­ta­ge offe­ner mit The­men der Diver­si­tät und Inklu­si­on umge­hen, also auch offe­ner über ihre Krank­heit reden.

Zudem sind sie durch die sozia­len Medi­en oft sehr gut ver­netzt,  infor­mie­ren und unter­stüt­zen sich gegenseitig. 

Zusätz­lich stel­len sich aber noch wei­te­re Herausforderungen:

Bei allen „Tee­nies“ mit chro­ni­schen Erkran­kun­gen ist auch die Com­pli­ance, also die Ein­hal­tung der The­ra­pie, immer wie­der ein Thema.

Schu­le und Aus­bil­dung, die nicht immer auf die Bedürf­nis­se Betrof­fe­ner ein­ge­hen; die gros­se Dis­kre­panz zu gesun­den Gleich­alt­ri­gen; die Puber­tät; die Suche nach der eige­nen Iden­ti­tät; das so wich­ti­ge Selbst‑ und Fremd­bild im Teenageralter.

Jugend­li­che durch­lau­fen eine inten­si­ve kör­per­li­che und emo­tio­na­le Entwicklung.

Beson­de­re Aus­wir­kun­gen auf Jugendliche.

Die Aus­wir­kun­gen des juve­ni­len SLE kön­nen Jugend­li­che beson­ders tref­fen, da sie sich in einer Pha­se inten­si­ver kör­per­li­cher und emo­tio­na­ler Ent­wick­lung befin­den. Die Erkran­kung kann das Selbst­be­wusst­sein jun­ger Men­schen beein­träch­ti­gen, ins­be­son­de­re wenn sicht­ba­re Sym­pto­me wie das Schmet­ter­lings­ery­them auftreten

Der Schul­all­tag oder das Stu­di­um kann ins­be­son­de­re durch Fati­gue erschwert wer­den. Fati­gue und Schmer­zen erschwe­ren Jugend­li­chen auch die Teil­nah­me an vie­len sozia­len Aktivitäten.

Jugend­li­che mit Lupus müs­sen oft jon­glie­ren zwi­schen dem Manage­ment ihrer Gesund­heit, Aus­bil­dung und Bezie­hun­gen. Zudem kön­nen Fra­gen zur Iden­ti­tät und Zukunfts­sor­gen durch die Krank­heit ver­stärkt wer­den, da sie Plä­ne und Lebens­zie­le beein­flus­sen kann.

Du willst etwas tun für jun­ge Lupus-Betrof­fe­ne? Wir auch!

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Andre­as Panteli

Wahr­schein­lich hast du dich im Inter­net schlau gemacht: Goog­le und ChatGPT haben dich gut über Lupus infor­miert. Du hast aber auch gemerkt, dass die Tex­te und sogar die Vide­os oft von Boo­mern für Boo­mer gemacht sind.

Auch lupus suis­se hat sich lan­ge fast nur an Erwach­se­ne gewandt — das wol­len wir ändern. Wir möch­ten, dass es Selbst­hil­fe­grup­pen für Jugend­li­che mit Lupus gibt. Wir möch­ten, dass mehr Infor­ma­tio­nen und Ver­an­stal­tun­gen spe­zi­ell auf dich und ande­re jun­ge Betrof­fe­ne zuge­schnit­ten sind.

Wir müs­sen aber von dir, von euch ler­nen! Wir brau­chen dei­ne, eure Mit­ar­beit, um das Ange­bot für Jugend­li­che mit Lupus aus­zu­wei­ten.

Möch­test du eine Selbst­hil­fe­grup­pe oder eine eige­ne Com­mu­ni­ty nur für jun­ge Men­schen mit Lupus grün­den? Hast du The­men­vor­schlä­ge, Anre­gun­gen oder Tex­te? Möch­test du in einem Inter­view über dein Leben mit Lupus erzählen?

Ich freue mich auf das Gespräch mit dir!