Krank­heits­ver­lauf

Wie ver­läuft die Krankheit?

Lupus kann eine Viel­zahl von Sym­pto­men ver­ur­sa­chen, die oft unspe­zi­fisch sind und auch mit ande­ren Erkran­kun­gen über­lap­pen können.

Lupus ver­läuft chro­nisch, in unre­gel­mäs­si­gen Schü­ben und bei jeder und jedem Betrof­fe­nen sehr unter­schied­lich. Zwi­schen den Schü­ben gibt es beschwer­de­freie oder beschwer­de­ar­me Pha­sen, die soge­nann­te Remis­si­on. Je nach­dem, wel­che Orga­ne betrof­fen sind, kann sich SLE als leich­te, schwe­re oder lebens­be­droh­li­che Krank­heit zei­gen. Der erste Schub kann in jedem Alter auftreten.

Lupus ent­wickelt sich schlei­chend, die Bela­stun­gen durch die Krank­heit neh­men mit dem Älter­wer­den mei­stens zu, wobei dies oft mit einer weni­ger anspruchs­vol­len Lebens­wei­se aus­ge­gli­chen wer­den kann. Aus­ser­dem gibt es lau­fend Fort­schrit­te in der Ent­wick­lung von neu­en The­ra­pien gegen SLE.

Da der indi­vi­du­el­le Ver­lauf nicht sicher im Vor­aus bestimmt wer­den kann, sind regel­mäs­si­ge ärzt­li­che Kon­troll­un­ter­su­chun­gen notwendig.

The­ra­pie­ziel ist es, Schü­be zu ver­hin­dern oder deren Hef­tig­keit zu reduzieren.

Dazu gehö­ren unter ande­rem Haut­aus­schlä­ge, Gelenk­schmer­zen, Müdig­keit, Fie­ber, Schmer­zen in der Brust, Haar­aus­fall und Nie­ren­pro­ble­me. Die­se Viel­falt an Sym­pto­men kann es schwie­rig machen, die Krank­heit von ande­ren Krank­hei­ten zu unterscheiden.

Lupus kann ande­ren auto­im­mu­nen Erkran­kun­gen ähneln, wie zum Bei­spiel rheu­ma­to­ider Arthri­tis, Sjögren-Syn­drom oder Fibro­my­al­gie. Die Ähn­lich­keit der Sym­pto­me kann zu Ver­wechs­lun­gen füh­ren und die Dia­gno­se erschweren.

All­ge­mein­sym­pto­me

Vie­le Betrof­fe­ne füh­len sich krank, müde und abgeschlagen.

Die Müdig­keit (Fati­gue) ist prak­tisch bei allen vor­han­den. Wei­te­re häu­fi­ge All­ge­mein­sym­pto­me sind leich­tes Fie­ber und eine uner­klär­li­che Gewichtsabnahme.

Mus­keln, Seh­nen, Knochen

Oft gleich­zei­tig mit den Gelen­ken schmer­zen und ent­zün­den sich auch Mus­keln und Sehnen.

Sel­ten kommt es zu einer asep­ti­schen Kno­chen­ne­kro­se (Min­der­durch­blu­tung eines Kno­chen­are­als) mit Schmerzfolgen.

Gelenk­ent­zün­dun­gen

Gelenk­schmer­zen und Gelenks­ent­zün­dun­gen (Arthri­tis) sind sehr häu­fig beim Lupus. 

Sie betref­fen vor allem Fin­ger, Hän­de, Schul­tern und Knie. Aber im Unter­schied zur rheu­ma­to­iden Arthri­tis (RA) zer­stört der Lupus sel­ten die Gelenke.

Ray­naud-Syn­drom

Beim Ray­naud-Syn­drom zie­hen sich die Blut­ge­fäs­se der Fin­ger (oder Zehen) bei Käl­te so sehr zusam­men, dass sie den Blut­strom minu­ten­lang unterbrechen.

er Anfall ist mit einem Krib­bel­ge­fühl ver­bun­den und kann hef­tig schmer­zen. Mehr Infor­ma­tio­nen zum Ray­naud-Syn­drom fin­den Sie unter dem Krank­heits­bild Sklerodermie.

Haut

Der Lupus befällt beson­ders die son­nen­ex­po­nier­te Haut­be­rei­che im Gesicht, am Dekol­le­té und den Händen.

Bei jeder drit­ten betrof­fe­nen Per­son bil­det sich über der Nase und den Wan­gen ein schmet­ter­lings­för­mi­ger Aus­schlag. Hin­zu­kom­men kön­nen flecken­för­mi­ge Haut­ver­än­de­run­gen am gan­zen Kör­per. Ein Schub kann auch Haar­aus­fall ver­stär­ken. Wei­te­re mög­li­che Pro­ble­me sind Schleim­haut­ge­schwü­re in der Nase, im Mund oder in der Vagina.

Blut und Lymphe

Ein Lupus-Schub schlägt sich in einer Ver­min­de­rung der Blut­zel­len nieder.

Betrof­fen sein kön­nen die roten Blut­kör­per­chen, die Blut­plätt­chen oder die weis­sen Blut­kör­per­chen. Fer­ner kön­nen die Lymph­kno­ten anschwellen.

Herz, Kreis­lauf und Lungen

Atem­not oder blu­ti­ger Aus­wurf sind Anzei­chen ent­zün­de­ten Lungengewebes. 

Schmer­zen bei tie­fen Atem­zü­gen kön­nen auf einen Befall des Brust­fells oder des Herz­beu­tels hin­wei­sen. Sel­ten führt der syste­mi­sche Lupus ery­the­ma­to­des zu Ent­zün­dun­gen des Herz­mus­kels oder der Herzklappen.

Anti­phos­pho­li­pid-Anti­kör­per-Syn­drom

Blut­ge­rinn­sel

Bei einem klei­nen Teil der Lupus-Betrof­fe­nen zeigt sich das Anti­phos­pho­li­pid-Anti­kör­per-Syn­drom. Es äus­sert sich in einer ver­mehr­ten Bil­dung von Blut­ge­rinn­seln mit der Fol­ge von Throm­bo­sen und Embolien.

Ner­ven

Stim­mungs­schwan­kun­gen und Kopfschmerzen

Der Lupus kann Stim­mungs­schwan­kun­gen, Kopf­schmer­zen, Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­che, Krampf­an­fäl­le, Miss­emp­fin­dun­gen oder Läh­mun­gen her­vor­ru­fen. Der sel­te­ne Befall der Augen kann zu Seh­stö­run­gen führen.

Begleit­erkran­kun­gen

Ein Lupus hat Aus­wir­kun­gen auf den gan­zen Kör­per, wobei nicht immer ein­deu­tig ist, was zur Grund­er­kran­kung zählt und was eine Begleit­erkran­kung darstellt.

Zusätz­lich zu den viel­fäl­ti­gen mög­li­chen Sym­pto­men kann ein Lupus ins­be­son­de­re die Ent­ste­hung einer Osteo­po­ro­se begün­sti­gen sowie zu einem (sekun­dä­ren) Sjögren-Syn­drom führen.