Leben mit Lupus
Die Diagnose Lupus verändert das Leben stark.
Manche Patient*innen lernen die Lebenskunst des «carpe diem».
Als Lupus-Betroffene*r sind Sie mit einer chronischen Krankheit konfrontiert. Die Krankheit ist oft unsichtbar und kaum bekannt. Häufig treten Schmerzen, starke Müdigkeit (sogenannte Fatigue) und andere beeinträchtigende Symptome auf. Die Unvorhersehbarkeit des Krankheitsverlaufs kann sehr belastend sein. Viele von Ihnen sind lebenslang auf Medikamente angewiesen.
Zu Beginn der Krankheit ist es naheliegend, gegen diese Beeinträchtigungen anzukämpfen und die Krankheit abzulehnen. Mit der Zeit lernen Sie jedoch, wie Sie Ihr Leben trotz Krankheit positiv gestalten können. Sie setzen neue Prioritäten und finden ungeahnte Ressourcen.
Die neue Situation akzeptieren lernen
Für die psychologische Verarbeitung ist es sehr hilfreich, mit der Zeit in einen «freundschaftlichen Kontakt» mit der Krankheit zu treten. Dies ist meist ein langer und anspruchsvoller Prozess.
Sie lernen, Ihre Lebensweise dem Lupus anzupassen. Einige Aktivitäten sind nicht mehr möglich. Andere Aktivitäten können Sie finden und diese bereiten genauso viel Freude.
Sich auf die Krankheit einzulassen bedeutet, sich über Lupus gut zu informieren. Je besser Sie Ihre Krankheit verstehen, desto kompetenter und selbständig können Sie damit umgehen.
Ebenfalls grosse Hilfe sind Unterstützung und Geborgenheit in der Familie. Verständnis im gesamten sozialen Umfeld ist wichtig. Besonders wichtig ist Verständnis unter Freund*innen und am Arbeitsplatz.
Manche Betroffene* lernen die Lebenskunst des «carpe diem». Dabei steht der bewusste Genuss des Moments im Zentrum.
Die Löffeltheorie
Der Text «Die Löffeltheorie» von Christine Miserandino vermittelt Ihnen eindrücklich, was es heisst, mit Lupus zu leben und welche Konsequenzen die Krankheit im Alltag hat.
Die Löffeltheorie mit den 12 Löffeln steht bildlich für Energieeinheiten pro Tag.
Sie hilft Nicht-Betroffenen, den Alltag mit Lupus besser zu verstehen. Sie macht vor allem die starke Müdigkeit und die schnelle Erschöpfung verständlich. Inzwischen erklären viele Erkrankten mit anderen chronischen Krankheiten mithilfe der Löffeltheorie ihren erschwerten Alltag. So erklären Long Covid Betroffene*n ihre Fatigue bildhaft und leicht verständlich.
Gesunde Ernährung
Es gibt leider keine Lebensmittel, die Lupus heilen könnten. Bei chronischen Entzündungen kann jedoch eine entzündungshemmende Ernährung helfen.
Die mediterrane Küche wird oft empfohlen. Lupus‑Betroffene sollten jedoch Nachtschattengewächse (Kartoffeln, Tomaten, Auberginen, Paprika) meiden.
Individuell können zudem Unverträglichkeiten (z. B. Gluten, Laktose) abgeklärt werden. Eine Ernährungsberatung kann zu Beginn sehr hilfreich sein.
Im Magazin «lupus» wird oft ein einfaches Rezept ohne viel Aufwand veröffentlicht.
Bewegung gegen Fatigue
Gemäss klinischen Studien kann moderate Bewegung gegen die Lupus‑Fatigue wirksam sein. Lupus Europe hat zusammen mit Betroffenen und spezialisierten Physiotherapeut*innen das «Lupus Europe Exercise Program» entwickelt. Es enthält Bewegungsübungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die Sie im Bett, auf dem Boden, auf einem Stuhl oder im Stehen ausführen können. In den Videos sehen Sie Lupus‑Betroffene, keine Athlet*innen oder Fitnesscoaches.