Ursachen und Risikofaktoren
Warum habe ich Lupus?
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird darauf wohl nicht ganz zufriedenstellend antworten können, denn die genauen Ursachen von Lupus sind nicht bekannt. Es gibt, unter anderem, eine genetische Veranlagung für SLE, was nicht gleichbedeutend ist mit einer Erbkrankheit. Umweltfaktoren, Hormone und Lebensstil scheinen auch eine Rolle zu spielen.
Der Systemische Lupus erythematodes …
… ist eine Autoimmunerkrankung, d.h. das Immunsystem ist fehlgeleitet. Was genau dazu führt, darüber wird noch geforscht.
Wikipedia gibt eine gute Einführung in das Immunsystem:
“Immunzellen verfügen über Mechanismen, mit denen sie Viren, Zellen, Parasiten und auch einzelne chemische Strukturen angreifen und ggf. zerstören können. Dafür ist es nötig, Krankheitserreger zu erkennen, ohne zugleich auch körpereigene Strukturen, nützliche Mikroorganismen oder harmlose Fremdstoffe auf Haut und Schleimhäuten anzugreifen. (…) Schon die Unterscheidung zwischen körpereigenen und körperfremden Zellen ist ein nicht zu unterschätzendes Problem (…).”
netdoktor.ch …
… erklärt in einfacher Weise, was eine Autoimmunerkrankung ist:
Bei einer Autoimmunkrankheit attackieren und zerstören die Abwehrkräfte körpereigenes Gewebe.
Welches Gewebe angegriffen wird, hängt von der Art der Immunerkrankung ab. Normalerweise geht das Immunsystem nur gegen körperfremdes Material vor, das für den Organismus schädlich sein kann, also vor allem Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Pilze. (…) Bei einer Autoimmunerkrankung gelingt diese Unterscheidung nicht mehr: Das Abwehrsystem hält bestimmte körpereigene Strukturen fälschlicherweise für fremd und versucht, die vermeintlichen Eindringlinge zu zerstören. Je nach Autoimmunerkrankung sind daran verschiedene Bestandteile des Immunsystems beteiligt. Einerseits bestimmte Zellen (z.B. T‑Lymphozyten), aber auch spezielle Eiweisse, sogenannte Antikörper. Verhalten sich Antikörper autoimmun, greifen also den eigenen Körper an, nennt man sie entsprechend Autoantikörper.
Auslöser von SLE und Schüben
Es gibt wohl eine genetische Veranlagung für SLE. Es sind jedoch spezielle Auslöser, welche die Krankheit zum Ausdruck bringen.
Der SLE kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, d.h. ein erster Schub hat erste Symptome zur Folge. Die gleichen Faktoren können später leichte bis schwere Schübe verursachen.
Solche Faktoren sind: Infektionen, weibliche Geschlechtshormone wie Östrogen (Schübe insbesondere während der Pubertät oder nach der Schwangerschaft), ultraviolettes Licht (Sonnenstrahlen), Vitamin D‑Mangel, Stress usw. können sogenannte Trigger (Auslöser) von Lupus-Schüben sein.
Tatsache ist, dass beim Systemischen Lupus erythematosus eine Störung des Immunsystems vorliegt.
Fehlregulation des Immunsystems
Liegt eine genetische Veranlagung für Lupus vor, können sogenannte «Trigger» die Krankheit oder spätere Schübe auslösen.
- Genetische Veranlagung und Umweltfaktoren. Lupus ist keine Erbkrankheit im eigentlichen Sinne. Das Risiko, dass das Kind einer oder eines Betroffenen ebenfalls an SLE erkrankt, liegt nur bei 5% (Sohn 1–2%, Tochter 5–10%).
- Hormone: Hoch dosierte Östrogene oder erhöhtes Prolaktin (während der Stillphase), können die Aktivität des Lupus beeinflussen.
- Sonnenlicht und ultraviolettes Licht (UV-Licht oder UV-Strahlen). Die Sonne und das UV-Licht zerstören Hautzellen und setzen Zellkernbestandteile frei, was zu einer Autoimmunreaktion führt. Dies muss zeitlich nicht unmittelbar erfolgen, sondern kann auch noch Wochen später auftreten.
- Stress: Seelische und körperliche Überlastung wirken sich negativ auf das Immunsystem aus.
- Infektionen: Keime lösen Infektionen aus und aktivieren das Immunsystem. Das kann Lupus-Schübe auslösen. Eines dieser Viren, die den Lupus auslösen oder verschlimmern können, scheint das Epstein-Barr-Virus (Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers) zu sein.
- Medikamentös-induzierter SLE: Der medikamentös-induzierte Lupus ist eine Sonderform, die nur bei Einnehmen eines Medikaments auftritt und nach Absetzen des Medikaments wieder verschwindet.
