Lupus und Coronavirus

Wie sollen sich Lupus-Betroffene unter Immunsuppressiva verhalten? 

Generell wird empfohlen, Therapien mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, trotz der Coronavirus-Pandemie fortzuführen. Auch bei immunsupprimierten Patienten scheint die Infektion mehrheitlich milde zu verlaufen.

Im Einzelfall mag der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin die Lage anders einschätzen und immunsupprimierende Medikamente vorsorglich für eine Weile absetzen. Entscheiden Sie das aber nicht auf eigene Faust! Nehmen Sie Rücksprache und folgen Sie den ärztlichen Anweisungen.

Die Clinical Affairs Kommission hat folgendes Statement veröffentlicht: «Nach aktuellem Stand gibt es keinen Grund, dass Patienten ihre Basistherapie unterbrechen, solange kein Verdacht auf eine aktive Infektion mit dem Coronavirus besteht (z.B. Husten, Atemnot und/oder Fieber ≥ 38ºC).» (Stand 23.06.2020)

Müssen besonders gefährdete Personen zur Arbeit? 

Gefährdete Arbeitnehmende sollen besonders geschützt werden. Der Bundesrat hat am 16. April 2020 präzisiert, wer besonders gefährdet ist und was im Rahmen der Schutzmassnahmen zu beachten ist.

Arbeitgeber ermöglichen besonders gefährdeten Personen, ihre Arbeit von zu Hause aus zu erledigen. Dazu treffen sie geeignete organisatorische und technische Massnahmen und ermöglichen bei Bedarf angemessene Ersatzarbeit.

Kann die besonders gefährdete Person nur vor Ort arbeiten, müssen die Arbeitgeber Abläufe oder den Arbeitsplatz so anpassen, dass die betroffene Person geschützt ist. Wenn sich ein Arbeitgeber nicht daran hält, kann der Betrieb geschlossen werden.

Wenn es nicht möglich ist, dass eine betroffene Person zu Hause arbeitet und sie das Risiko am Arbeitsplatz als zu hoch einstuft, kann sie die Arbeit im Betrieb ablehnen. Der Arbeitgeber muss in diesem Fall den Lohn weiter bezahlen.

Eine besonders gefährdete Person teilt ihre besondere Gefährdung ihrem Arbeitgeber durch eine persönliche Erklärung mit. Der Arbeitgeber kann ein ärztliches Attest verlangen.

(Bundesamt für Gesundheit BAG)


Bekomme ich meine Medikamente auch weiterhin?

Plaquenil® (Hydroxychloroquin)

Stand 9. Juni 2020:
Gemäss dem Schreiben des BAG vom 8. Juni 2020 hat sich die Versorgung mit Hydroxychloroquin für chronische Patientinnen und Patienten stabilisiert und bereitet derzeit keine Schwierigkeiten mehr. Angesichts der günstigen Entwicklung der Lage werden die Empfehlungen und Begleitmassnahmen (Verwendung des Bestellformulars) deshalb mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

Studiendaten konnten die Hinweise auf eine Wirksamkeit des Medikamentes bei COVID-19 Infektionen nicht belegen.


Wo finde ich weitere Informationen?

Die Lage ändert sich laufend. Aktuelle Informationen und Antworten auf häufige Fragen zum Coronavirus finden Sie auf der Webseite der Schweizerischen Gesellschaft für Rheumatologie. 

Auch die Rheumaliga Schweiz aktualisiert fortlaufend ihre Informationen zu Rheuma und Corona.


Weitere Informationen zu Medikamenten erhalten Sie bei der Rheumaliga unter Informationen zu Plaquenil® und Actemra®.


Das BAG hat für Fragen eine Telefon-Hotline eingerichtet (täglich von 6 bis 23 Uhr):

  • Für Gesundheitsfachpersonen: 058 462 21 00
  • Für die Bevölkerung: 058 463 00 00